Tattoos aufkleben oder aufmalen, individuelle Loombänder basteln, Jonglierbälle filzen: Am Weltkindertag, 20. September, hatten die jungen Besucherinnen und Besucher am Rhein-Neckar-Zentrum eine große Auswahl an Aktivitäten. Dabei zogen bei herrlichem Spätsommerwetter Kinderschutzbund, Rhein-Neckar-Zentrum und städtische Jugendförderung an einem Strang. Ein knappes Dutzend Aktive des Kinderschutzbunds leiteten die Kinder beim Basteln der Loombänder an oder zeigten ihnen eine Vielzahl von Tattoos, aus denen die jungen Gäste wählen konnten. Keine Frage: Bei den meisten blieb es nicht bei einem Tattoo, sondern bald zierten Dinos, Feen oder Einhörner die Arme.
Viernheim, September 2025. Gewalt gegen Kinder kann vielfältige Formen annehmen. „Das sind nicht nur Schläge und Misshandlungen. Auch psychischer Druck kann Kinder fertigmachen“,
stellt Angelina Mandel klar. Die Vorsitzende des Viernheimer Kinderschutzbunds betont, „wie belastend auch Beschimpfungen und Herabsetzungen sein können“ – und wie negativ sie die Entwicklung der
Betroffenen beeinflussen können. Um darauf aufmerksam zu machen, hat der Kinderschutzbund die UNICEF-Ausstellung „Gewalt hinterlässt Spuren“ nach Viernheim geholt. Und mit dem
Rhein-Neckar-Zentrum einen guten Kooperationspartner gefunden. Denn im Einkaufszentrum ist die Ausstellung mit ihren 18 großformatigen Tafeln seit Freitag und noch bis kommenden Samstag, 20.
September, auf der Aktionsfläche in Höhe von Deichmann/Nordsee zu sehen.
Dass die Schau gerade jetzt für Aufmerksamkeit sorgen soll, liegt daran, dass der 20. September Weltkindertag ist. Und auch an diesem Tag ziehen Rhein-Neckar-Zentrum, Kinderschutzbund und
städtische Jugendförderung an einem Strang: Voraussichtlich auf dem Stadtplatz zwischen Einkaufszentrum und Kinopolis warten vor dem großen Abschlussfest des Freiwilligentags mehrere Bastel- und
Aktionsangebote auf die jungen Besucherinnen und Besucher. Von 11 bis 16 Uhr können sie ganz individuelle Loombänder anfertigen, sich mit fantasievollen Tattoos bemalen oder Jonglierbälle
basteln.
Doch zurück zur Ausstellung. Neben psychischer geht es auch um körperliche Gewalt: „In Deutschland ist fast jeder Zweite noch immer der Auffassung, dass ein Klaps auf den Hintern noch keinem Kind
geschadet habe“, stellt UNICEF fest. Das Kinderhilfswerk nennt daneben Vernachlässigung und sexualisierte Gewalt – und betont:„Ganz gleich, welchen Formen von Gewalt Kinder ausgesetzt sind, die
Folgen sind häufig verheerend. Wiederholte Gewalterfahrungen können zu Depressionen und Selbstverletzungen führen, zu Konzentrations- und Lernschwierigkeiten.“
„Für uns, als Center mit Herz, ist es wichtig, Institutionen wie den Kinderschutzbund oder UNICEF zu unterstützen, wenn es darum geht, auf diese Tabuthemen aufmerksam zu machen“, betont
Center-Manager Dani Marquardt: „So haben unsere Besucher diese Woche die Möglichkeit, sich mit diesem wichtigen Thema auseinanderzusetzen.“